Ein Bett aus Kaugummi

Der erholsame Schlaf. Der heilsame Schlaf. Der gesunde Schlaf.

Schlaf ist etwas gutes, darin sind sich alle einig. Aber was ist, wenn du nicht schlafen kannst?

So schlimm wie in John Henry Fuselis Gemälde „The Nightmare“ ist es bei mir natürlich nicht. Ich habe keinen Stress mit der italienischen Mafia, also habe ich auch keine Pferdeköpfe in meinem Bett zu befürchten.

Ich liege einfach nur wach da. Meistens mit dem Laptop auf dem Schoß oder mit laufender Glotze, manchmal auch beides gleichzeitig.

Was also tun mit der Zeit, die man eigentlich schlafend verbringen wollte/sollte? Menschen versuchen doch alles, um Zeit schneller vergehen zu lassen, um sie sich nicht wie einen Kaugummi ziehen zu lassen. Langeweile macht vor allem auch die gelangweilte Person langweilig, zumindest wenn sie selbst“verschuldet“ ist.

Geselligkeit wäre nicht schlecht. Leider ist um diese Zeit kaum noch jemand wach, jedenfalls niemand, mit dem man freiwillig schreiben oder skypen wollen würde. Manchmal passt man nicht auf und „Schwupps!“ hat man via ICQ oder MSN ne Laberbacke am Hals, die nervige Personifikation des unterm Schuh klebenden Kaugummis. Toll.

Dann doch lieber Twitter. Viele lustige und kluge Menschen, die auf 140 Zeichen mehr auszusagen vermögen als andere mit diesem Blog.
Dumm nur, dass diese Menschen zwar fast immer und überall mit dem Internet verbunden sind, via iPhone, Handy oder ermangels eines Real Lifes, aber leider im Gegensatz zu mir keine Einschlafprobleme haben; und schlaftwittern können die meisten nicht.
Hier bestände vielleicht Nachholbedarf @ App-Entwickler.

Twitter-Timeline ist also auch tot. Selbiges gilt für die meisten anderen Social Networks bei Nacht, zumindest wenn man hauptsächlich Deutsche als Kontakte hat.
Nach Ladenschluß also kein Kaugummi mehr.

Irgendwann ist das Zimmer dann halt auch mal aufgeräumt und der Magen voll. Und dauernd Lesen…ich studiere Germanistik und Philosophie, manchmal bin ich dankbar dafür, keine Scheibe Urwaldtanne in den Händen zu halten ( – deswegen verbringe ich auch so viel Zeit im Internet, da muss man nicht lesen @_@).

Die WeltWeite Wundertüte hat viele wunderbare und wundersame Spiele zu bieten, und lustige Stories & Infos.
Aber irgendwann sind auch Digg, Facebook, Tumblr und wie sie alle heissen erschöpft.
Gibt halt nicht so viele Geschmacksrichtungen, spontan fallen mir auch nur Minze, Kirsch und Zimt ein. Zimtkaugummi mag ich nicht. Erinnert mich daran, dass bald Weihnachten ist. Das Warten auf die Geschenke an Heiligabend zieht sich übrigens auch wie Kaugummi.

Zum Glück habe ich ein löchriges Gedächtnis und kann immer wieder Neues entdecken, mehrmals hintereinander, bis mir die Augen zufallen. Auf das ich in der nächsten Nacht wieder hier liege und mir denselben Kaugummi wieder antue.

Denn auch wenn er seinen Geschmack verliert und ich ihn wegschmeiße: Vorher konnte ich noch eine tolle Traumblase mit ihm machen.

Advertisements
Comments
3 Responses to “Ein Bett aus Kaugummi”
  1. Raventhird sagt:

    Mit Pferdeköpfen hat jenes Gemälde freilich wenig zu tun (die zweite Version ist schöner): Es handelt sich bei dem gestaltwandlerischen
    Kobold (daher das Pferd) vielmehr um einen Nachtmahr oder -Alp, den Namespatron des zugehörigen Traums. Ich wünsche geruhsamen Schlaf!

    • Weiß ich doch 😉
      Die Verbindung des Bildes mit dem Paten war auch mehr ein der Übernächtigung geschuldeter Einfall, sonst hätte ich es auch nicht als Pferd bezeichnet 😉

      Gute Nacht.

  2. SanjiHideki sagt:

    Endlich weis ich endlich was du studierst^^
    Hab aber nun skrupel dich in ICQ zu adden…
    <-nervige Laberbacke^^

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s