Wo ist der Witz, Twitter?

Nennt mich doof. Werft mir vor, keine Ahnung zu haben. Entfolgt mich. Legt mir Pferdeköpfe ins Bett. Behauptet, ich habe dazu beigetragen. Aber ich bleibe bei meiner Meinung: Twitter hat für mich an Qualität verloren.

Die ersten haben es erkannt: Ja, dies hier wird ein Rant.

Woran genau es liegt, dieser Qualitätsverlust, kann ich nicht sagen, weil ich es selbst nicht genau verbalisieren kann. Vielleicht ist es auch nur eine Phase, aber in meiner Timeline macht sich eine große Langeweile breit. Immer wieder dasselbe, minimal variiert, viel kopiert. Abgesehen von einigen wenigen Lichblicken (@muserine, @JohnniDanger, @UntoterOstgote, @bangpowww – für Erweiterungen bin ich dankbar) fehlt mir häufig das Überraschende, die kreative Wucht, mit der mich Twitter anfangs umhaute  (Nein, den @Genueser habe ich nicht vergessen, aber während seiner selbstverordneten Twitterpause habe seine schon in twitterhafter Häufigkeit verfassten Blogeinträge eine Qualität erreicht, dass sie für mich einfach – noch – besser sind). Viele Tweets, die in meiner Timeline landen, bestehen inzwischen hauptsächlich aus uralten Witzen, aus schlichtem Geblubber oder sind so bemüht lustig, dass man geradezu hören kann, wie ein Clown dafür stranguliert wurde.

Vielleicht liegt es auch daran, dass viele talentierte Menschen das Twittern inzwischen aufgegeben haben. Ich denke da an Leute wie @kutkoud, @kuschelbunt oder @songe_creux. Das sind persönliche Entscheidungen, die ich akzeptiere – schade finde ich sie trotzdem. Nicht, dass ich solche Gedanken nicht auch schon gehabt hätte.

Kann natürlich sein, dass es mir nur so vorkommt, dass es eine vorübergehende Unlust ist. Kann sein, dass ich morgen schon wieder anders über die Sache denken werde. Vielleicht aber auch nicht. Und das wäre schade.

Empfindet ihr auch so? Oder gerade nicht? Würde mich über Anmerkungen freuen.

Advertisements
Comments
8 Responses to “Wo ist der Witz, Twitter?”
  1. dav3 sagt:

    Wow du stellst ja Fragen… Für mich hat Twitter definitiv nicht an Wert verloren, warum? Ich bin erst seit 2-3monate angemeldet 😉 Du musst dir unter Twitter auch nicht mehr als ein kleiner Zeitvertreib vorstellen. Twitter ist ein nettes Add-on zum Internet, sonst nix. Suchst du was anderes in Twitter bist du natürlich enttäuscht..

    (Ich nutze Twitter für kleine Updates von Posts, Aktienkurse und Gewinnspiele..)

    mfg

  2. @Xarem sagt:

    Hmm… Ich nutze Twitter seit etwa 2 Jahren und bin immer noch fasziniert davon.
    Ich schaue nicht auf Twitter, um zu lachen, sondern um mit anderen Leuten zu kommunizieren, meinen Horizont zu erweitern, News, etc.

    Dank Twitter habe ich – nebst meinen etwa 80 Blogs die ich lese mit Google Reader – andere Quellen von Inspiration, kann von anderen Lernen, kann – natürich auch – viel Lachen mit den richtigen Leuten usw.

    Zusätzlich erfahre ich immer, was in der Welt los ist, ohne andauernd auf sonstigen Internetseiten Zeit zu verschwenden.

    Dank Twitter kenne ich nun zirka 100 Leute mehr, welche genau meinem Interessensgebiet entsprechen etc. Zusätzlich kann ich so meine 2 Stunden Zugfahrt damit vertreiben 😉

    Gruß

  3. onrie sagt:

    Als ich bei Twitter angefangen habe, war es ein multipler Orgasmus nach dem anderen. Für den Kopf, für’s Herz, für’s Zwerchfell. Ich bin immer mehr brillianten Twitterern gefolgt, hab neue Entdeckungen gemacht.
    Es war auch egal, ob man Resonanz auf eigene Tweets bekommt. Allein diesen Wahnsinn jeden Tag zu lesen, nicht fassen können, welche Kreativität da in diesem engen Rahmen entsteht.
    Es ist wie mit allem, von dem man zuviel konsumiert. Mit der Zeit lässt der Geschmack nach. Der Hunger aber eben nicht.
    Und vielleicht entsteht genau da die Lücke, die Twitter alleine nicht füllen kann. Man entwickelt eine Sucht nach Originalität, Witz und Esprit. Nur kann man die Dosierung der Droge nicht steuern.

    Ich glaube nicht, dass die Qualität nachgelassen hat. Es gibt nach wie vor sehr gute, originelle Tweets, die Freude machen. Diese Wiederholungen von denen du sprichst, sind mir auch am Anfang schon aufgefallen. Nur dass ich Leute, die alte Witze und Sprüche aufkochen, schnell wieder aus meiner Timeline geworfen habe.
    Mittlerweile – favstar und temporär schwaches Ego sei Dank – gucke ich nach Followerzahlen und wer mir Sterne gibt. Und ich verteile Sterne so wahllos, dass ich mich in dieser Beliebigkeit gar nicht wieder erkenne. Aus dem Hunger nach kreativem Input ist ein narzisstischer Sport geworden und das verdirbt mir etwas den Appetit.

    Ich möchte trotzdem noch eine Weile bei Twitter bleiben. Denn ich mag auch diese Anonymität, dieses unkomplizierte Sich-Bedienen an fremden Gedanken, Inhalten. Das Konzept ist großartig, man abonniert sich, was man braucht und dank der strengen Form kann man auch unqualifizierte Beiträge schnell überblättern und vergessen.

    (So, jetzt komm mal zum Punkt): Ich finde, wenn schon virtuelles soziales Netzwerk, dann Twitter.
    Den Rest hab ich durch .. und mir hat’s nirgendwo so lange (und überhaupt) Spaß gemacht.

  4. Fr34k sagt:

    Man sollte Twitter nicht zu ernst nehmen o_O genauso wie das ganze „oh favt mich bitte“ das ist doch lächerlich… aber so sind menschen, immer der beste sein wollen, in irgendwas! und wenn es kreativ-lustige tweets sind. Wen interessiert’s? Niemanden. Also bitte. Twitter ist ein Zeitvertreib. Ich nutze den meistens für Gewinnspiele und wenn ich kurz Nachrichten auf meinem Blog loslassen will, für die ich nicht extra einen Blogeintrag schreiben möchte. Mich interessiert auch nicht wer mir folgt und ob Leute etwas lustig finden, was ich schreibe. Ich finde manchmal ist so eine „mir doch wurscht“ Haltung ganz ok.
    CiAO Fr34k

  5. Paule sagt:

    Twitter ist was du draus machst. Nichts anderes.
    Wobei mir das Wort „Twitter“ gar nicht mehr gefällt. Ich spreche lieber von Kommunikation unter Menschen. Denn Twitter ist nur ein Kanal. Und wenn sich die Inhalt durch den Kanal definieren, dann kann man schnell die Lust an diesem Kanal, also Twitter, verlieren.
    Die Inhalte müssen für sich stehen, dann entsteht ein Mehrwert. Das erreicht man, indem man seine eigenen Justierungen findet. Und dafür gibt es grade bei Twiter genug Stellschrauben.

  6. Dirk sagt:

    Findest du es nicht etwas ironisch, dich über uralte Witze zu beklagen, dann aber kuschelbunt als talentierte Ausnahme zu nennen? Eine kurze Googlerechere seiner Toptweets (laut Favstar) offenbart, dass es sich dabei zu einem großen Teil um alte Witze, Gruppennamen oder ähnliches handelt. Insofern kann ich deine subjektive Einschätzung nicht nachvollziehen.

  7. aureldoku sagt:

    den hier kann ich noch wärmstens empfehlen
    http://twitter.com/Vergraemer

  8. Caro sagt:

    Ich bin so froh mit meiner MEinung nicht allein zu sein,d enn ich sehe es genauso. War Twitter am Anfang noch ein sprudelnder Brunnen voll Witz, Charme und Tiefsinn, läuft mir dort in letzter Zeit mit unschöner Häufigkeit Ödnis, Ignoranz und blanke Dummheit über den Weg. Gepaart mit Abartigkeit oder diesem „Das wollte ich jetzt nicht so genau wissen!“-Gefühl, ist Twitter bei weitem nicht mehr so schön und unterhaltsam wie früher… leider.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s