Kurz mal über Zahnärzte abranten, solange ich noch reden kann

Nächsten Monat habe ich einen Zahnarzttermin. Am 8. Mai, genauer gesagt, was bei mir eine mittelschwere Gänsehaut auslöst. Passenderweise wird an diesem Datum auch der „Tag der Befreiung“ gefeiert, aber das nur am Rande.

(Ja, bei diesem Vergleich ist meine Mundhöhle die Wehrmacht. Ja, es ist eigentlich nicht lustig und voll bescheuert. Nein, es interessiert mich nicht.)

Ich hasse Zahnärzte und alles, was damit zusammenhängt. Dieser Berufszweig löst in mir dieselben Gefühle aus wie Bänker, Makler und Menschen mit versehentlich viel zu laut eingestellten Hörgeräten: man möchte schreien.

Schon allein dieses Berufsbild! Ich persönlich schaue nicht vielen Leuten in den Mund, jedenfalls nicht absichtlich. Manch einer drückt seine ihn überkommende Müdigkeit gerne dadurch aus, dass er mir fröhlich mit seinem Gaumenzäpfchen winkt, aber abgesehen davon ist mein Erfahrungshorizont beim Beäugen von Kauluken eher beschränkt, was mich an sich nicht weiter stört. Und falls ich, aus irgendeinem Grund mal das Verlangen verspüre, einer anderen Person etwas in eben diese prominent platzierte Körperöffnung zu stecken, ist es entweder meine Zunge, mein Penis oder meine Desert Eagle .50AE, manchmal auch alles drei in flexibler Reihenfolge.

Ein Zahnarzt hingegen verbringt den lieben langen Tag damit, in die Münder ihm völlig fremder Menschen zu blicken, darin zu stöbern und sich dabei zu benehmen wie ein KFZ-Mechaniker mit drei Fingern. Zahnärzte sind die Dominas unter den Medizinern.

Das Gebiss eines Erwachsenen hat im Normalfall 32 Zähne. Ich habe noch 24, da mir aus kieferorthopädischen Gründen 8 gezogen werden mussten. Natürlich nicht alle auf einmal,  sondern in insgesamt 4 Sitzungen á 2 Zähne jeweils immer auf einer Seite. Das Ganze lief immer gleich ab:

Nach 2+ Betäubungsspritzen (es gibt für mich kein ekligeres Gefühl als das einer Spritze in den Mund! Brrrrr!) wurden die zu entnehmenden Zähne erst angebohrt und dann mittels eines Meißels zerbrochen. Nebenbei bemerkt ist Zahnschmelz die härteste Substanz im menschlichen Körper, weswegen mein persönlicher Folterknecht vollen Krafteinsatz zeigen musste, reißen und rumruckeln inklusive. Danach wurden die Trümmer mit einer Pinzette eingesammelt und fein säuberlich neben mir aufgebahrt. Schon mal gehört, wie innerhalb des eigenen Schädels etwas zerbricht? Dieses KNACK! brennt sich förmlich in den Gehörgang und hallt noch lange nach, bei mir zumindest. Danach durfte ich dann nach Hause gehen, der immer noch anhaltenden Betäubung sei Dank mit einem Karl Dall-Gedächtnis-Blick und einer pochenden Gesichtshälfte, die mir noch viele Tage Freude und einen ansehnlichen Gewichtsverlust beschert hat – wer ist schon gerne, wenn er seinen Mund kaum bewegen kann?

Apropo Essen: ich hatte gerade Schnitzel mit Spätzle, war sehr lecker. Deswegen musste ich auch kurz die Arbeit an diesem Blogeintrag unterbrechen und habe zwischendrin die Lust daran verloren, über das Thema Zahnarzt nachzudenken. Jedenfalls kann ich meine „Freude“ über diesen Termin kaum unterdrücken. Oh, und ich war gestern im Mauerpark grillen, hat viel Spaß gemacht. Und das neue, an Facebook Home angelehnte Update der FB-iOS-App ist furchtbar, meiner Meinung nach, Wer braucht diese riesigen neuen Sticker??? Was sollen die mir bitte

Yay,  Big Daddy FTW!

(Bildquelle: troll.me)

 

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Comments
One Response to “Kurz mal über Zahnärzte abranten, solange ich noch reden kann”
  1. Toi – Toi – Toi! Du machst das schon. 😉

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